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22.04.2020

Lehren aus der Spanischen Grippe für die Corona-Pandemie – droht eine zweite Infektionswelle?

Dr. Stefanie Jahn, Ärztin in der Abteilung Naturheilkunde, hat zur Spanischen Grippe geforscht. Im Interview spricht sie über die Gefahr einer zweiten Welle, Herdenimmunität und Verschwörungstheorien damals wie heute.

Dr. med. Stefanie Jahn ist Ärztin in der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und hat zur Spanischen Grippe geforscht.

Immer stärker tritt in der Corona-Diskussion die Frage nach der Aufhebung der strengen Kontakteinschränkungen in den Vordergrund. Ein Vergleich mit der bislang heftigsten Pandemie, der Spanischen Grippe, könnte vielleicht helfen, die Entscheidungen genauer zu prüfen. Denn viele der Erfahrungen von damals passen exakt in die aktuelle Diskussion.

Dr. med. Stefanie Jahn ist Fachärztin für Anästhesiologie, Notfallmedizin, Palliativmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Homöopathie und Naturheilverfahren. Sie arbeitet im Immanuel Krankenhaus Berlin in der Abteilung für Naturheilkunde. Stefanie Jahn hat in ihrer Doktorarbeit zur Spanischen Grippe geforscht und auf wissenschaftlichen Kongressen über das Thema berichtet. Sie stellt fest, dass einige Faktoren bisher in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht diskutiert wurden.

Zu Beginn der Krise im März griff man weltweit auf Erfahrungswerte der Spanischen Grippe zurück. Auch das führte zu einem beinahe weltweiten Lockdown. Hauptargument waren die unterschiedlichen Maßnahmen von Philadelphia und St. Louis während der Pandemie im Jahre 1918. Die amerikanischen Städte hatten sich für unterschiedliche Wege entschieden. Während St. Louis mit einer Art Shutdown seine Fallzahlen einigermaßen geringhalten konnte, wurde das öffentliche Leben in Philadelphia nicht eingeschränkt. Mit der Folge, dass dort 17 Mal mehr Menschen starben als in der Stadt am Mississippi.

Gibt es weitere Erfahrungen aus den Jahren 1918/1919, die jetzt helfen könnten, die Entscheidungen über eine Lockerung der Maßnahmen zu diskutieren? Wer sich die Entwicklung von damals anschaut, stellt fest, dass es durchaus weitere Parallelen gibt, die zumindest nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Frau Dr. Jahn, wir reden zur Zeit viel davon, ob es ratsam wäre, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu stoppen. Wie war das eigentlich bei der Spanischen Grippe?
Die Spanische Grippe verlief in den meisten Orten in drei Wellen: im Frühjahr/Frühsommer 1918, im Herbst/Winter 1918 und Anfang des Jahres 1919. Zu Beginn nahm man die Grippe kaum ernst, es gab Spottgedichte in Zeitungen, sie wurde als Modeerscheinung abgetan oder als „altbekannte Grippe“.

Durch den Krieg waren die Menschen an Krankheiten und Seuchen gewöhnt und der Tod war allgegenwärtig. Die kriegsführenden Staaten hatten kein Interesse daran, die Moral von Soldaten und Bevölkerung weiter zu untergraben und zensierten zunächst Berichte über die neue Krankheit. Öffentliche Stellungnahmen gab es erst, als das öffentliche Leben immer mehr zusammenbrach. Heute dürfen Menschen nicht in die Fabriken, damals konnten sie nicht mehr.

Wie waren die Todeszahlen während der ersten Welle?

Während der ersten Welle der Pandemie erkrankten zwar sehr viele Menschen, aber die Todeszahlen hielten sich in Grenzen. In Spanien beispielsweise gab es ungefähr 200.000 Erkrankte. Das entspricht ziemlich genau den aktuellen Zahlen. Als im Sommer 1918 die Neuinfektionen nachließen, glaubte man, das Schlimmste sei überstanden; aber dann kam die zweite Welle.

Wie stark war diese Welle?
Sie war viel stärker und tödlicher. Im Oktober und November 1918 verstarben weltweit die meisten Menschen, in Spanien waren es im Oktober 1918 80.000 Menschen. Über Wochen hinweg und in vielen Orten der Welt müssen sich schlimmste Szenen zugetragen haben. Manche Menschen hatten nur milde Symptome ohne größere Probleme, andere entwickelten Lungenentzündungen, die häufig mit einem Multiorganversagen und septischen Schock einhergingen. Erkrankte rangen nach Luft und erstickten vor den Augen der Ärzte - wenn sie überhaupt einen Arzt gefunden hatten. Es kam zu Sturz- und Fehlgeburten. Man fand Neugeborene in den Armen ihrer toten Mütter. Man wusste nicht, wohin mit den Leichen. Es mangelte an Särgen und Totengräbern.

Wie konnte es so weit kommen?
Die meisten Forscher gehen davon aus, dass das Virus zuerst in Kansas auftrat. Durch die Truppenbewegungen über den Atlantik gelangte das Virus an die französische Westfront und verbreitete sich rasant in den engen Schützengräben, Lazaretten und Kriegsgefangenenlagern und über die Hauptverkehrswege. Per Schiff gelangte das Virus von Kontinent zu Kontinent. Nie zuvor hatte es einen regeren Verkehr in der Welt gegeben. Viele Aspekte spielten sowohl bei der Ausbreitung als auch bei der Gefährlichkeit des Virus eine Rolle.

Ein Faktor bei der Grippesterblichkeit war die schlechte Versorgungslage. Aber auch Länder, die nicht unter den Kriegsfolgen litten waren stark betroffen, zum Beispiel die Schweiz. Die Sterblichkeit hing weniger davon ab, ob sich ein Land im Krieg befand oder nicht, sondern vielmehr vom jeweiligen Gesundheitssystem und den Informationsmöglichkeiten. Auf dem Land verlief sie trotz der besseren Versorgungslage häufig heftiger. Weniger entwickelte europäische Länder waren in der Regel stärker vom Ausmaß der Grippe betroffen als die Kriegführenden, industrialisierten Staaten. Weltweit waren die Armen und die indigene Bevölkerung am stärksten betroffen. Auch heutzutage trifft es Arme, Migranten und Menschen ohne Krankenversicherung, zum Beispiel in den USA, besonders hart.

Entspricht das, was wir gerade erleben, eher der ersten oder zweiten Welle?
Wir befinden uns nach wie vor am Anfang der Pandemie. Die jetzige Situation entspricht demnach einer ersten Welle. Für Deutschland könnte man sagen, dass sie gerade abflacht.

Spricht das für die Vorschläge heutiger Experten, in der jetzigen Situation eine sogenannte Herdenimmunität zu schaffen?
Von einer Herdenimmunität spricht man, wenn etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung gegen eine ansteckende Krankheit immun sind. Da sich bislang prozentual vergleichsweise wenige Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, ist die Gefahr hoch, dass die Ausbreitung des Virus ohne eindämmende Maßnahmen entgleitet und dass das Gesundheitssystem zusammenbricht. Eine derartige zweite Welle hat es bei der Spanischen Grippe gegeben. Man kann sagen, die Herdenimmunität wurde mit einer exorbitant hohen Anzahl Verstorbener bezahlt.

Wieso starben bei der zweiten Welle der Spanischen Grippe so viel mehr Menschen? War das Virus gefährlicher geworden?
Es handelte sich bei der Spanischen Grippe um einen enorm virulenten – infektionskräftigen und pathogenen - Subtyp des Grippevirus H1N1. Viren verändern sich ständig, sie mutieren. Ein Virus befällt Zellen und nutzt die Zellstrukturen, um sich selbst 1000fach zu vervielfältigen; und bei dieser Replikation entstehen zufällige Fehler im Virusgenom durch Punktmutationen. In der Folge kann das Virus gefährlicher oder weniger gefährlich sein. Es ist nicht so, dass bei einer Pandemie ein durchgängig unveränderbares Virus existieren würde.

Das Virus war also in der ersten Welle ungefährlicher als bei der zweiten Welle?

Höchstwahrscheinlich hat sich das Virusgenom und damit seine Eigenschaften mehrfach verändert, so dass eine Infektion in der ersten Welle nicht zwingend vor einer Infektion bei der zweiten Welle schützte. Eine weitere Hypothese lautet, dass unterschiedliche Virusvarianten zirkulierten. Es war also schwierig, eine Immunität zu erlangen. Ein Aspekt, der auch in der jetzigen Situation für Diskussionen sorgt.

Heute stammt das Virus wahrscheinlich von einem chinesischen Wet Market, einem Markt, auf dem lebende Tiere gekauft und getötet werden. Wie war das damals?
Eine These ist, dass das Virus damals von Schweinen oder Geflügel auf Menschen übersprang. In der Folge vermischte sich das Virusgenom mit anderen Virusgenomen und es kam zum Austausch ganzer Genabschnitte, wodurch ein gänzlich neuer Virustyp entstand, der auf eine weitgehend ungeschützte Bevölkerung traf. Da finden sich durchaus Parallelen.

Damals gab es angeblich 50 Millionen Tote. Stimmt das?
Die Spanische Grippe forderte etwa 27 bis 50 Millionen Menschenleben, manche gehen von doppelt so hohen Zahlen aus. Im Vergleich: der Erste Weltkrieg verursachte 10 Millionen Tote. Die Diskrepanz der Zahlen resultiert größtenteils aus fehlenden Gesundheitsstatistiken, vor allem aus Teilen Afrikas oder Asiens. Russland befand sich im Bürgerkrieg, auch dort gab es kaum verlässliche Statistiken. Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Feststellung von Diagnose und Todesursache. Das Grippevirus war noch nicht entdeckt, das geschah erst 1933, also etwa 15 Jahre später. Man vermutete zunächst den Pfeifferschen Bazillus, heute bekannt als Haemophilus influenzae, als Verursacher. Dieses Bakterium war 1892 von Richard Pfeiffer, einem Mitarbeiter von Robert Koch, entdeckt worden, und diese Entdeckung hing wiederum mit einem gewissen Renommee zusammen, auf das man ungern verzichten wollte. Andere vermuteten bereits, dass es etwas kleineres als Bakterien geben müsse. Aber die Instrumentarien reichten damals nicht aus, intrazelluläre Viren zu entdecken. Heute sehen wir ebenfalls, wie schwierig es ist, verlässliche Zahlen zu bekommen.

Heute sind die Risikogruppen die Alten und Menschen mit Vorerkrankungen. War das damals auch so?

Nein, damals waren die meisten Toten zwischen 20 und 40 Jahre alt, das ist ungewöhnlich für eine Grippe. Vermutet wird ein sogenannter Zytokinsturm, d.h. eine Überreaktion des Immunsystems, bei der die potenten Immunsysteme der jüngeren Alterskohorten entgleisten und auch die gesunden Körperzellen angriffen. Eventuell waren ältere Menschen zunächst durch eine gewisse Immunität geschützt, denn bereits 30 Jahre zuvor, 1889 bis 1891, hatte es eine Grippepandemie gegeben. Manche Untersuchungen zeigen, dass während der zweiten Welle vermehrt diejenigen erkrankten, die während der ersten verschont geblieben waren.  Auch beim Coronavirus gibt es offene Fragen zur Immunität und sich teils widersprechende Aussagen.

Die katastrophalen Todeszahlen traten bei der zweiten Welle auf, aber wie verlief die dritte Welle?
Die dritte Grippewelle formte sich zu Beginn des Jahres 1919. In einigen Ländern erst 1920. Gelegentlich gab es einige kleinere Epidemien bis 1923 und darüber hinaus. Das Ausmaß der Pneumonien war während der dritten Welle weniger aggressiv. Es kam jedoch zu einem vermehrten Auftreten der so genannten Encephalitis lethargica, die von einigen als Nervengrippe bezeichnet wurde. Die Betroffenen fielen plötzlich in einen tiefen Schlaf, viele verstarben. Manche Fallbeschreibungen erinnern an die Berichte von Narkolepsie, die unter anderem im Zusammenhang mit Impfungen während der Grippepandemie 2009, der sogenannten Schweinegrippe, ebenfalls eine H1N1 Influenza, auftraten.

Was denken Sie, wenn immer lauter gefordert wird, möglichst schnell ins normale Leben zurück zu kehren?

Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Virus besser zu verstehen. Der Status, den wir jetzt erreicht haben, darf nicht durch leichtfertige Lockerungsmaßnahmen gefährdet werden. Es ist ein sehr schwieriger Akt, aber die Ereignisse während der Spanischen Grippe sollten uns trotz aller Komplexität und medizinischen Weiterentwicklung eine Mahnung sein.

Gibt es eigentlich auch soziale, wirtschaftliche, politische Parallelen?

Auf jeden Fall. Auch während der Spanischen Grippe litt ein großer Teil der Bevölkerung unter Ängsten und Depressionen. Ärzte thematisierten die Angst in ihren Journalen. In den Jahren nach der Pandemie wurde das Wort Grippe nahezu inflationär gebraucht. Nach 1918 tendierte die Bevölkerung dazu, ihr jede Unpässlichkeit zuzuschreiben. Wie heute gab es Verschwörungstheorien. In Verdacht standen deutsche Agenten, das deutsche Aspirin, der deutsche völkerrechtswidrige Giftgaseinsatz, Menschen bestimmter ethnischer Herkunft, Menschen, die zu wenig an Gott glaubten und dadurch den Zorn Gottes hervorgerufen haben sollten. In den USA wurde die Grippe als „deutsche Seuche“ bezeichnet. Aber es gab auch viele Solidaritätsaktionen, bei denen sich Menschen um andere kümmerten und Hilfsprojekte aufbauten. Einige Historiker sehen einen Zusammenhang zwischen der Weltwirtschaftskrise einige Jahre später und der Spanischen Grippe. Da viele aus den jüngeren Generationen verstarben, aus deren Jahrgängen zudem die meisten Gefallenen stammten, wurde der Alterungsprozess der Gesellschaft stark beschleunigt, was einige Jahre später zu einer sinkenden wirtschaftlichen Nachfrage führte.

Damals wie heute gibt es Heilungsschwindler. Welche Auswüchse gab es da?
Nun, man muss unterscheiden zwischen Geschäftemacherei und Aberglauben.
Viele versuchten, aus der allgemeinen Not und Verzweiflung Kapital zu schlagen. Es erschienen viele Pamphlete, Flugblätter und Werbeschriften, in denen Firmen und Heiler ihre Produkte anpriesen. Selbst ernannte Experten versuchten, durch den Verkauf von Heilmitteln, von der Pandemie zu profitieren. Einige Präparate waren sehr begehrt und zeitweise ausverkauft.

Einige waren der Ansicht, die Grippe und ihre epidemische Inkarnation solle aus religiöser, nicht aus medizinischer Sicht gesehen werden. Eine medikamentöse Behandlung würde nur die Symptome bekämpfen, nicht jedoch die Ursache. Es wurden öffentliche Gebete durchgeführt. In New Orleans wandten sich viele dem Vodoo zu. Amulette, Federn weißer Hühner und Karo-Asse für den linken Schuh fanden großen Absatz. Andere inhalierten Rauch von Holz, Stroh oder Heu. In Ländern, in denen es kaum Ärzte gab, machten die Menschen das, was sie auch sonst bei Krankheiten taten. Im Iran beispielsweise stieg der Opiumkonsum drastisch an. In Großbritannien wurde 1918 die verfügbare Menge von Alkohol zur Behandlung von Grippekranken erhöht und vom Arzt verschrieben. Im Jahr darauf gab es Proteste über zu wenig Whisky zu medizinischen Zwecken.

Die klassische Medizin konnte wenig ausrichten damals, schließlich wusste man nicht einmal, dass es Viren gab; auch Antibiotika gab es noch nicht. Wie haben die Menschen auf diese Hilflosigkeit reagiert?
Die konventionelle Medizin erfuhr einen Vertrauensverlust; nicht wenige stellten Sachkenntnis und Autorität der Mediziner in Frage und lehnten deren Ratschläge/Behandlungsmethoden ab. Insgesamt herrschte Ärztemangel. Ärzte waren, wie Forscher und Wissenschaftler, zum Kriegsdienst eingezogen oder gefallen. In der Not kam vieles zum Einsatz, was auch schon vorher keinen Nutzen erbracht hatte.

Heute gibt es keine Medikamente gegen das Corona-Virus, wie war es damals?
Auch damals gab es keine spezifische Therapie; Ärzte probierten aus, was ihnen zur Verfügung stand. Mit Silber- und Platininjektionen sollte der Erreger abgetötet werden. Farbstoffe wurden zur inneren Desinfektion benutzt. Salvarsan, ein Arsengemisch gegen Syphilis, kam zum Einsatz. Terpentinöl wurde unter die Haut gespritzt. Auch damals sollte ein Malaria-Medikament helfen: Chininabkömmlinge wurden zur Fiebersenkung gegeben. Bei Husten verabreichte man Heroin, Opium und Kodein. Zur Unterstützung des Herzens setzte man Alkohol, Kampfer, Strychnin, Digitalis und Strophantus ein. Es wurden Impfungen z.B. mit Pneumokokkenserum oder aus Sekreten Grippekranker durchgeführt. Aspirin wurde vor allem in den USA nicht selten überdosiert bis zu mehreren Gramm täglich eingenommen, auch als vermeintliche Prophylaxe. Es gibt Berichte über Patientinnen, die rotgefleckt waren und aussahen, als hätten sie aus wie Scharlach.

Sie haben sich explizit mit alternativen Heilweisen beschäftigt. Gab es da Erfolge?

Vielerorts wurde auf traditionelle Verfahren zurückgegriffen und auf solche, die heutzutage zur Komplementär- bzw integrativen Medizin gezählt werden. In China beispielsweise behandelte man mit Traditioneller Chinesischer Medizin, es kamen Akupunktur und chinesische Kräuter zum Einsatz. In Japan wurde die sogenannte Kampo Medizin angewendet. In Indien kamen Homöopathie und Ayurveda zur Anwendung. Es gab damals weltweit homöopathische Kliniken, in denen in Ermangelung freier Betten auch Schwerstkranke von Homöopathen behandelt wurden. In den USA gab es Homöopathen als Betriebsärzte und auch der Gesundheitsbeauftragte von New York City war homöopathischer Arzt. Vor allem in Deutschland gab es eine starke Laienbewegung. Es wurden Flugschriften zur Gesundheitsaufklärung verfasst und Tipps zur Prävention und Behandlung, häufig aus der Naturheilkunde und Homöopathie, gegeben. Es gibt Berichte, die auf interessante Behandlungsresultate hinweisen. Es ist davon auszugehen, dass auch Aufklärung, Informationstransfer, der Verzicht auf die mitunter zweifelsohne schädlichen konventionellen Medikamente, Selbstfürsorge und -wirksamkeit einem besseren Krankheitsverlauf zuträglich waren.

Ihr Fazit? Inwieweit sollten wir die Erkenntnisse aus der Zeit damals in unser heutiges Verhalten einfließen lassen?
Während der Spanischen Grippe gab es kein gemeinsames Vorgehen, weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Vor allem zu Beginn der damaligen Pandemie wollten viele das Problem aussitzen. Hilfreich waren Public Health Maßnahmen, die unter anderem eine Aufklärung über die Seuche zum Ziel hatten. In Neuseeland gab es beispielsweise Flugblätter in der Sprache der Maori.

Letztlich lernte man aus den globalen Epidemien mit den vielen Toten. Nach der Spanischen Grippe wurden in einigen Ländern Sozialreformen durchgeführt und Gesundheitsministerien und -systeme etabliert. Zudem entstanden Vorläuferorganisationen der WHO. Ziel die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen, unabhängig von Ethnie/Nationalität, Religion, politischer Anschauung, wirtschaftlicher und sozialer Stellung. Dieses kann nicht genug geschätzt, verteidigt und weiter ausgebaut werden. Inzwischen gibt es nationale und internationale Pandemiepläne. Das dort beschriebene Vorgehen lernen wir in diesen Tagen kennen, es ist genau beschrieben. Auch heute wird deutlich, dass ein Virus keine Grenzen berücksichtigt, sondern ihm jeder Mensch recht ist. Das zeigt, wie wichtig eine gesamtgesellschaftliche Herangehensweise auf den vielen unterschiedlichen Ebenen ist.

 
 
 
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